Geschichte der Kommunikation: Medien früher und heute

Wir haben eine Unterrichtseinheit zur Geschichte der Kommunikation entwickelt. Dabei steht die Entwicklung von Nachrichten und Medien früher und heute im Fokus. Als Schwerpunktlernziel haben wir daher folgendes Ziel festgelegt: 

Die Schüler*innen können verschiedene Kommunikationswege nachvollziehen, indem sie sich mit der Funktionsweise ausgewählter technischer Geräte auseinandersetzen.

Geschichte der Kommunikation - Übersicht multimedial
Geschichte der Kommunikation – Übersicht multimedial

Inhaltlich setzt sich die Unterrichtseinheit aus der Entwicklung und dem Nutzen von Medien in historischer, technischer und gesellschaftlicher Perspektive zusammen. Anhand von echten Geräten zum Anfassen und Ausprobieren wurde die Entwicklung anhand der „Stränge“ Sehen in Gelb, Hören in Blau, Schreiben in Rot und Multimedia in Grün ausgelegt. Zur zeitlichen Einordnung wurde ein Zeitstrahl ausgerollt und die Geräte an die entsprechende Stelle mit einem Pfeil, der die Jahreszahl der Erfindung enthält, gelegt.

Entwicklung der Nachrichten und Medien

Die folgende Tabelle enthält eine Übersicht über verschiedene Geräte, die wir den einzelnen “Strängen” zugeordnet haben. Dabei haben wir Jahreszahlen recherchiert, die der Erfindung bzw. serielle Verbreitung des entsprechenden Geräts entsprechen.

Sehen
(Gelb)
Hören
(Blau)
Schreiben
(Rot)
Multimedia
(Grün)
1826
Fotografie
1876
Telefon
1445
Buchdruck
1971
Diskette
1888
Film
1887
Grammophon
1488
Flugblatt
1971
eBook
1952
Fernsehen
1923 
Radio
1490
Post
1975
Digitales Bild
1971
Video
1958
Autotelefon
1609
Zeitung
1979 
Laptop
1976
PC
1963
Kassette
1837
Morse-Telegrafie
1982
CD
1973
Handy
1868
Schreibmaschine
1984 
E-Mail
1984
Schnurloses Telefon
1938
Fernschreiber
1990
Internet
1979
Telefax
1992
SMS
1995
mp3
1995 
Online-Lexikon
1996 
Digitales TV
1997
DVD
1999 
Streaming
2000 
Online-Zeitung
2001 
Digitales Radio
2001
Tablet
2002
Blu-Ray
2007
Smartphone
Geräte zur Geschichte der Kommunikation

Erzählung zur Geschichte der Kommunikation

Zur Einführung haben wir eine sogenannte gestützte Erzählung entwickelt, bei der innere Bilder durch Gegenstände visuell begleitet werden. Die Erzählung enthält Meilensteine der Kommunikation, beginnend in der frühen Menschheitsgeschichte.

Heute will ich dir eine wahre Geschichte erzählen. Sie handelt von unseren Vorfahren und erzählt davon, wie die Menschen gelernt haben, sich mitzuteilen.

Um besser jagen zu können, gaben die Menschen Laute von sich, die die eigene Gruppe verstand. Sie nutzten dafür anfangs Geräte, wie z.B. Stöcker und Steine oder ihre Stimme. Aus den Lauten der Stimme entwickelten sich immer mehr Wörter und später sogar Sprache.  Sie konnten sich nun direkt untereinander verständigen, nicht nur beim Jagen. Als später das Feuer entdeckt wurde, benutzten sie das Feuer, um sich über lange Strecken hinweg zu verständigen. Sicher erinnert ihr euch jetzt an Rauchzeichen, die schon unter den Indianern jahrelang für Nachrichten genutzt wurden.  Aber auch in Kriegszeiten oder bei Seenot wurde das Feuer lange Zeit als Lichtsignal zu Hilfe genommen.  Und weil Menschen von Natur aus neugierig und experimentierfreudig waren, entwickelten sie irgendwann Bilder und malten sie an Höhlenwände. Nun konnten sie allen dauerhaft mitteilen, was sie gesehen und erlebt hatten – und welche Gefahren in der Umgebung lauerten. Bald fingen sie an, Symbole zu entwickeln, aus denen im Laufe von vielen Tausend Jahren unsere bekannten Ziffern und Buchstaben entstanden. Lange Zeit gaben sie ihre Erfahrungen weitestgehend über die Sprache weiter. Allmählich entwickelten sie geschriebene Bücher, um der Nachwelt Wissen zu hinterlassen. Sie lernten lesen, erfanden den Buchdruck (1445), lasen Zeitungen (1609) und konnten so noch mehr Menschen mit ihren Informationen erreichen. Mit der Schreibmaschine (1868) konnte bald jeder zu Hause lange und lesbare Texte schreiben.

Aus den Lauten des Menschen mit Geräten, entwickelten sich z.B. Trommeln o. ä. Aber über längere Entfernungen waren die nicht mehr zu hören. Als die Menschen mit Schallwellen experimentierten, konnten sie erste technische Geräte dafür entwerfen. So entstand der Telegraf (1837) und das Telefon (1876). Dieses wurde weiterentwickelt zum Handy (1973). Das Radio (1923) war seit seiner Erfindung die wichtigste Mitteilungsquelle.

Mit Hilfe technischer Geräte konnten sie immer schneller und vielfältiger Nachrichten übermitteln. Die Menschen blieben weiterhin neugierig und konnten bald Bilder mit technischem Gerät festhalten, dem Fotoapparat (1826). Es folgten bewegte Bilder, die bewahrt werden konnten, in Form eines Films (1888). Das Fernsehen (1952) entwickelte sich zum Massenmedium.

Und weil die Menschen nicht müde wurden, Altes zu verbessern und Neues zu entdecken, konnten sie eine digitale Welt erschließen. Eine digitale Welt, die ihr heute kennt: PC, Internet, Smartphone und vieles mehr. Eine Welt, die Nachrichten immer einfacher und schneller macht.

Eine Geschichte, die noch lange nicht zu Ende ist…

Heute und in den nächsten Wochen wollen wir uns anschauen, was das alles für Geräte waren und was uns heute zur Verfügung steht.

In der praktischen Erprobung können die Schüler*innen verschiedene Stationen auswählen. In der Freiarbeit können so individuelle Interessen berücksichtigt werden. Beispielsweise können mit dem Morse-Taster oder dem Winker-Alphabet Botschaften gesendet, mit der Schreibmaschine Flugblätter erstellt, ein Daumenkino gebastelt und Briefe geschrieben werden. Digitale Medien – wie das iPad – sind ebenfalls Teil dieser Unterrichtseinheit.

Begleitet werden die Stationskarten von Arbeitsblättern aus den folgenden Büchern:

Stationen zur Geschichte der Kommunikation

Der Buchdruck ist ein Meilenstein, den wir mit einer Druckwerkstatt ergänzt haben. Hier wird durch verschiedene Drucktechniken das Drucken mit Kindern erarbeitet. Eine weitere ganz tolle Idee findet sich in dieser Bastelanleitung von Geolino: Buchdruck wie Gutenberg. Hier werden Druckwalzen mit Klopapier simuliert.

Geschichte der Kommunikation - Buchdruck
Geschichte der Kommunikation – Buchdruck

Da ein gedrucktes Flugblatt im Unterricht zu lange dauern würde, haben wir nur die Überschrift gedruckt. Der Text wird per Schreibmaschine geschrieben.

  1. Denke dir ein Thema für ein Flugblatt aus.
  2. Überlege dir eine Überschrift und drucke sie mit Buchstaben-Stempeln.
  3. Überlege dir einen Text und tippe ihn mit der Schreibmaschine unter die Überschrift. (Walze drehen.)

Zum Thema Zeitung haben die Schüler*innen einen Zeitungsartikel untersucht. Dafür sollten die Schüler*innen die folgenden W-Fragen nutzen:

  • Was ist passiert?
  • Wo ist das passiert?
  • Wann ist das passiert?
  • Wie ist das passiert?
  • Wer ist beteiligt?
  • Warum ist das passiert?

Die Erfindung der modernen Post haben wir zu einem Exkurs zum Thema “Briefe schreiben” genutzt. Passend zu dem Thema haben wir auf YouTube Videos gefunden, in denen das Briefe schreiben sehr gut erklärt wird:

Zum Schreiben von Briefen gibt es von der Deutschen Post kostenlos zum Download. Neben Arbeitsblättern, die die Struktur von Briefen und Adressen enthalten, gibt es auch eine Vorlage für einen Klassenbriefkasten.

Zur Telegrafie haben sich die Schüler*innen mit verschiedenen Codierungen beschäftigt.

Geschichte der Kommunikation - Telegrafie
Geschichte der Kommunikation – Telegrafie

Dazu haben wir verschiedene Aufgabenkarten mit Links zu den entsprechenden Codierungen vorbereitet:

Die Schreibmaschine ist bei unseren Schüler*innen sehr beliebt. Gerade das mechanische Schreiben interessiert die Kinder. Dazu haben wir zunächst einige Übungssätze zum Tippen vorbereitet:

  • Zu Beginn muss ich das Papier einlegen.
  • Für den ersten Buchstaben muss ich den Wagen zurückziehen.
  • Zum Tippen muss ich die Tasten fest herunterdrücken.
  • Alles macht Geräusche, was ich tue.

Zusätzlich haben wir die folgende Aufgabe gestellt: Finde die Teile der Schreibmaschine.

Zum Telefon haben wir zum Ausprobieren ein Wählscheibentelefon gekauft. Zu dem Tastentasten haben die Schüler*innen dann die folgende Aufgabe gegeben:

Übertrage deinen Namen in die Zahlen der Telefontasten.
Beispiel: HAMBURG = 4262874

Ebenfalls haben wir den Schüler*innen die Aufgabe zum Bau eines Dosentelefons gestellt:

  1. Stelle die Dose auf den Kopf.
  2. Bohre ein kleines Loch in die Dose.
  3. Ziehe den Faden durch das Loch.
  4. Mache einen Knoten.
  5. Telefoniere mit deinem Partner.

Um praktisch mit einem Telefon zu kommunizieren, haben wir als Alternative Walkie-Talkies genutzt:

  1. Sucht euch einen Platz auf dem Flur.
  2. Probiert die Geräte aus.
  3. Versucht die Entfernung zwischen euch zu vergrößern, bis ihr euch nicht mehr seht. Könnt ihr euch trotzdem hören?

Zum Film haben wir mit den Schüler*innen ein Daumenkino erstellt. Neben selbst gezeichneten Daumenkinos, haben wir auch ein Fertiges zusammengeklebt. Hier findet ihr eine ganze Tolle Anleitung.

Das digitale Daumenkino nennt sich Stop-Motion. Bei dieser Filmtechnik werden einzelne Bilder fotografiert und dann nacheinander gezeigt.

Erstelle eine Fotostory mit der App Stop Motion Studio.

Diese Aufgabe hat sich einer hohen Beliebtheit erfreut. Hier sind tolle Filme mit Lego-Steinen oder auf dem Schulhof entstanden.

Eine weitere Aufgabe war das Drehen eines Kurzfilms von 1 bis 2 Minuten:

  1. Legt eine Handlung fest.
  2. Schreibt ein Drehbuch (Dialoge, Anweisungen).
  3. Probt die Szene.
  4. Filmt.

Um auch die historische Perspektive wieder zu beleuchten, haben sie sich die Schüler*innen den Film „Ankunft eines Zuges am Bahnhof in La Ciotat“ von 1895 angeschaut und sich dazu ausgetauscht, was ihnen im Unterschied zu heutigen Kinofilmen auffällt.

Das Radio gilt als weiterer Meilenstein in der Kommunikation. Dazu haben wir mehrere Afuagebn zusammengestellt:

Suche die Senderfrequenzen 103,6, 106,8, 90,3, 94,2 und schreibe auf, welche Sender sich dahinter verstecken. Versuche noch Weitere zu finden.

  1. Produziert ein Radiointerview. Überlegt euch ein Thema.
  2. Schreibt die Einleitung auf.
  3. Schreibt Fragen auf, die im Interview gestellt werden sollen.
  4. Entscheidet, wer der Reporter ist.
  5. Nehmt euer Interview auf (mit dem Smartphone oder Tablet).

Das Erraten von Geräuschen zur Schulung der auditiven Wahrnehmung haben wir ebenfalls in diesem Themenbereich abgedeckt. Bei der Partneraufgabe werden die Geräusche-Aufkleber vom Tellimero-Stift* genutzt:

  • Nehmt den Vorlesestift.
  • Einer spielt die Geräusche von den Geräten ab. (Halte dazu den Vorlesestift an den Aufkleber am Gerät.)
  • Dein Partner errät mit verbundenen Augen das Gerät.
  • Wechselt euch ab.

Eine weitere Aufgabe enthält verschiedene Wassergeräusche, die erraten werden sollen. In der folgenden Tabelle sind die Geräusche aufgelistet, die wir auf einer CD zum Abspielen haben:

01 Meer08 Zähne putzen
02 Frösche09 Gurgeln
03 Gewitter10 Stampfen im Schnee
04 Trinken11 Duschen
05 Regen12 Klo
06 Glas eingießen13 Hände waschen
07 Enten14 Steine plumpsen ins Wasser
Wassergeräusche

Klanggeschichten und eigene Hörspiele können in diesem Themenbereich ebenfalls Platz finden:

  1. Denkt euch eine Geschichte aus, in der viele Geräusche vorkommen.
  2. Schreibe sie allein oder mit Hilfe eines Erwachsenen auf.
  3. Holt die passenden Orff-Instrumente oder Gegenstände für eure Geräusche.
  4. Übt das Hörspiel.
  5. Nehmt es auf.

Das Thema Fernsehen ist in der Geschichte der Kommunikation nicht wegzudenken und auch im Alltag der Schüler*innen ist dieses Medien alltäglich. Wir haben uns daher entschieden, eigene Werbungen zu drehen. Präsentiert werden diese im sogenannten Kamishibai, ein japanisches Papiertheater. Wir haben diesen Bilderschaukasten als Fernseher aus Pappkarton gestaltet.

  1. Wähle ein Produkt aus, welches du bewerben möchtest.
  2. Überlege, was du sagen möchtest.
  3. Erstelle Pappen mit Texten, die du zeigen möchtest.
  4. Zeige in unserem Kamishibai-Fernseher eine Werbung.

Zum PC haben wir uns in den künstlerischen Bereich zunächst Buchstabenkunst gemacht. Dabei sollen ausschließlich aus Buchstaben oder Wörtern eigene Bilder gestaltet werden.

Zur Pixelkunst haben wir verschiedene Stationen durchgeführt:

  • Erstelle ein Bild aus Quadraten („Pixeln“). Nutze dazu ein leeres kariertes Blatt oder die Webseite: https://www.piskelapp.com/
  • Erstelle ein Bild aus Quadraten („Pixeln“). Klebe dazu Pailletten oder Papierquadrate auf ein leeres kariertes Blatt.
  • Sticke ein Bild aus Quadraten („Pixeln“) im Kreuzstich.
  • Erstelle ein Bild aus Quadraten („Pixeln“) mit dem iPad. Nutze dazu die App „Pixelable – Pixel Art Edito‪r“.

Auch das freie Zeichnen am PC kann über diese Webseite umgesetzt werden: https://www.kritzel-klub.de/

Als weiteres Highlight haben wir einen digitalen Steckbrief vorbereitet. Dazu haben wir euch eine Vorlage für Steckbriefe erstellt. Lade dazu einfach die folgende Datei herunter:

Anschließend öffnest du die PowerPoint-Datei und gehst auf “Neue Folie” im Register “Start”. Dort wählst Du die Vorlage “Steckbrief”. Nun wird eine neue Seite mit dem Steckbrief erstellt. Hier können die Schüler*innen nun ihren Namen und ihr Alter durch die Eingabe in die Textfelder eingeben. Um die Bilder einzufügen, musst du nur auf das Bild-Symbol im entsprechenden Kasten klicken. Nun kann das Bild im Finder (Mac) oder Explorer (Windows) ausgewählt werden. Die Größe wird automatisch angepasst. Sofern METACOM-Symbole verwendet werden, kannst Du MetaSearch zusätzlich öffnen und die Bilder per Drag & Drop in die Steckbrief-Felder ziehen.

Zum Internet haben alle Schüler*innen den Surfschein erworben:

Teste dein Wissen über das Internet mit dem Surfschein-Quiz des Internet-ABC. Hole dir den “Führerschein fürs Internet”: “Surfschein” von internet-abc.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, im Computer-ABC Wissen über die folgenden Bereiche zu erwerben:

  • Wie sind ein Computer (PC), ein Notebook und ein Tablet aufgebaut?
  • Wie kannst du diese Geräte bedienen?
  • Wie werden Dateien (Texte, Bilder, Videos) gespeichert?
  • Wie kannst du Bilder und Videos mit einem Tablet selbst erstellen und bearbeiten?

Schließlich haben wir uns noch mit dem Meilenstein Smartphone beschäftigt. Das Mobiltelefon wurde mit der Zeit immer „smarter“ und kann heute viel mehr.

  • Was kannst du alles mit dem Smartphone machen? Erstelle eine Mindmap. (Beispiele: Filme ansehen, Terminkalender)
  • Überlegt, welche Regeln bei der Benutzung vom Handy gelten. Schreibt einen „Verhaltenskodex“. Denkt dabei an diese Situationen: Kostenpflichtige Apps, Fotos von anderen, Fahrrad fahren, an Tankstellen und im Flugzeug.

Stationskarten zur Geschichte der Kommunikation als kostenloser Download

Alle Stationen haben wir auch als Stationskarten zum kostenlosen Download für euch vorbereitet. Einfach ausdrucken, in der Mitte durchschneiden und laminieren.

Schwierigkeitsgrad der Erstellung